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Anregung & Kritik

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Kreisstadt Unna:

Literaturschnack Dezember 2019 

Ein unterhaltsamer und informativer Austausch über Literatur...

Nachlese des Literaturschnack vom 04.12.2019: Lieblingsbücher

Gut gelaunt und gespannt hörten sich die zahlreichen Teilnehmenden am letzten Literaturschnack des Jahres 2019 die Ausführungen zu den Lieblingsbüchern der Anwesenden an. Dabei wurde festgestellt, dass es häufig für jede Lebensphase auch besonders wichtige oder beeindruckende Bücher gibt, aber nicht alle zeitlos sind oder von Bedeutung bleiben.  Unisono war es für alle Teilnehmenden ziemlich schwer, sich für  ein Lieblingsbuch zu entscheiden. Hier kommen sie nun, die absoluten Highlights der Literaturschnacker!

Romane und Erzählungen:

  • Umberto Eco: Der Name der Rose, 1982 (in der Bibliothek vorhanden)
    Wunderbar vielschichtiger Debutroman des Universalgelehrten Eco, der bei Erscheinen sowohl bei Kritik wie Publikum einschlug wie eine Bombe. Eine Benediktinerabtei im Apennin 1327. Der ehemalige Inquisitor und Franziskanermönch William von Baskerville und sein Schüler Adson von Melk sollen eine Glaubenskonferenz zwischen Benediktinern, Franziskanern, Abgesandten des  Kaisers und des Papstes vorbereiten, als eine Serie mysteriöser Mordfälle sie zum Ermitteln zwingt. Historischer Kriminalroman, Gesellschaftsporträt des späten Mittelalters, philosophische Fragestellungen, Anspielungen auf Figuren der Literaturgeschichte, dieser Roman beinhaltet so Vieles und ist dabei spannend und im besten Sinne unterhaltend. Entfaltet eine Sogwirkung. Einmalig.
     
  • Margret Atwood: Der Report der Magd, 1987 (in der Bibliothek vorhanden)
    Detailreiche, hellsichtige Dystopie der kanadischen Schriftstellerin. In Gilead (den ehemaligen USA)  hat nach Umwelt- und Wirtschaftskatastrophen die Sekte „Jakobs Brüder“ die Herrschaft übernommen. In strenger, biblischer Auslegung  werden die Frauen unterjocht und zu Marthas (Dienstmägden) oder Mägden (Gebärmaschinen für die herrschende Klasse) degradiert. Eine dieser Mägde erzählt ihr Schicksal unter dieser Schreckensherrschaft. Großartig in der Entwicklung einer komplett neuen Welt zeigt die Autorin schon damals erschreckend realistische Szenarien. Wurde gerade mit dem Roman „Zeuginnen“ sehr überzeugend fortgesetzt, die Verfilmung beider Romane in einer Serie ist auch sehr gut gelungen. Beeindruckend.
     
  • Muriel Spark: Die Blütezeit der Miss Jane Brodie, 1961 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Auch in diesem Roman stehen (junge) Frauen im Vordergrund. Schottland in den 1930-er Jahren: an einem Mädchengymnasium schart die Lehrerin Miss Brodie eine kleine Gruppe von Mädchen um sich, die sie unbemerkt  immer mehr beeinflusst und mit ihren grenzwertigen politischen und moralischen Vorstellungen infiltriert. Eins der Mädchen hinterfragt jedoch die Absichten von Miss Brodie… Die z.T. skurrilen Inhalte und die klare Sprache machen Muriel Spark zu einer der wichtigsten britischen Autorinnen des 20. Jahrhunderts.
     
  • Ulla Hahn: Das verborgene Wort, Aufbuch, Spiel der Zeit, Wir werden erwartet, 2001 – 2017 (in der Bibliothek vorhanden)
    In diesem autobiografisch geprägten Romanzyklus erzählt Ulla Hahn die Entwicklung der Hilla Blum vom Kindes- bis ins Studentenalter. Dabei reflektiert sie sehr authentisch die bundesrepublikanischen 60-er und 70-er Jahre und schildert die Entwicklung des Mädchens Hilla. Diese findet nach ihrem Ausbruch aus dem rheinischen Zuhause über die Proteste in der Studentenbewegung und die Mitgliedschaft in der DKP ihre Heimat in der Sprache. Unterhaltsam, aber nicht flach.
     
  • Für alle Ulla Hahn-Fans interessant: seit Frühjahr 2019 ist im Ulla-Hahn Haus in Monheim ihr rekonstruiertes Arbeitszimmer „Hillas Leseschuppen“ im Schuppen des Gartens zu besichtigen.
     
  • Jose Saramago: Die Stadt der Blinden, 1997 (in der Bibliothek vorhanden)
    In einer nicht näher definierten Großstadt erblinden nach Ausbruch einer Seuche fast alle Einwohner. Sie werden in einem Lager kaserniert. Die Frau eines Arztes, die noch sehen kann, stellt sich blind, um bei ihrem Mann zu bleiben und wird zur wichtigsten Person der Lagerinsassen. Eindringlicher Endzeitroman des Nobelpreisträgers, der einen sehr eigenen Schreibstil pflegt, in den man sich erst einlesen muss. Obwohl nicht so viel passiert, ist die Ausgangslage in diesem Buch faszinierend.  
     
  • Peter Hoeg: Fräulein Smillas Gespür für Schnee, 1994 (in der Bibliothek vorhanden)
    Sehr gelungene Verbindung von Kriminal- und Liebesgeschichte mit der gesellschaftskritischen Ausrichtung der Beziehung der Staatsmacht Dänemark zu den kolonialisierten Inuit.
    Als in Kopenhagen ein Inuit-Junge vom Dach stürzt, erkennt alleine Fräulein Smilla - selbst Inuit und in Kopenhagen unglücklich gestrandet -  an den Spuren im Schnee, dass dieser Todesfall kein Unfall war. Die naturwissenschaftlich Gebildete Smilla bringt immer wieder ihr Wissen in die Handlung ein. Intelligent, atmosphärisch stark, originell.
     
  • Juri Rytchëu: Die Suche nach der letzten Zahl, 1997 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Der tschuktschische Autor hat für die Tschuktschen eine Schriftsprache erfunden, um ihr erzählerisches Erbe festzuhalten, seine Werke beinhalten eine Sozialismuskritik und setzen sich mit den Lebensumständen der Tschuktschen auseinander.
    Aus einer Episode der Wissenschaftsgeschichte entlehnt Rytchëu den Stoff für den Roman. Als Amundsen 1918 auf der Reise zum Nordpol an tschuktschischen Gestaden strandet, ergibt sich ein längerer Kontakt mit der indigenen Bevölkerung dieses Gebietes.  Die gemeinsame Zeit verändert sowohl die Forscher wie auch die Eingeborenen. Fesselnd, außergewöhnlich.
     
  • Alan Bennett: Die souveräne Leserin, 2008 (in der Bibliothek vorhanden)
    Als sie ihre entlaufenen Corgies einfangen möchte, wird die Queen auf einen in der Nähe Westminsters parkenden Bücherbus aufmerksam. Da sie diese Einrichtung nicht kennt, tritt sie ein und ist fortan fasziniert von der Welt der Literatur. Das hat Auswirkungen auf ihr Leben und das ihrer Untergebenen …
    Wie immer bei Bennett sehr unterhaltsam und mit britischem Humor gespickt gerät diese Novelle zum absoluten Lesevergnügen.
     
  • David Lodge: Wie bitte? (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Ein Uniprofessor tritt vorzeitig in den Ruhestand, da ihn seine Schwerhörigkeit mehr und mehr in die Bredouille bringt. Nach und nach mutiert er zum Anhängsel seiner spät noch einmal durchstartenden Ehefrau und nimmt aus einem Missverständnis heraus eine Doktorandin an, die ihn als Doktorvater auserwählt hat. Wie nun dieser vertrackten Situation entkommen? Eine sehr fein beobachtete, nicht despektierliche Beschreibung der Auswirkung von Schwerhörigkeit auf den Alltag der Betroffenen macht diesen Roman zu etwas Besonderem.
     
  • Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht, 1961 (in anderer Ausgabe in der Bibliothek vorhanden)
    Die Rahmenhandlung (die junge Scheherazade entgeht erfolgreich ihrer Ermordung durch den Ehemann mittels abenteuerlicher, spannender Geschichten, die sie jede Nacht erzählt) und die exotischen Geschichten aus der orientalischen Kultur faszinieren Jung und Alt gleichermaßen seit ihrem Erscheinen, Weltliteratur.
     
  • Hedi Wyss: Keine Hand frei, 1980 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Die feministische Schweizer Autorin beschäftigt sich in diesem Roman mit der Rolle der Frau als Mutter. Sie arbeitet sehr gut den häufigen Verlust der eigenen Identität durch die Reduzierung auf die Rolle heraus und schildert anschaulich die Bemühungen, diesem Dilemma zu entkommen.
     
  • Hermann Burger: Schilten Schulbericht zuhanden der Inspektorenkonferenz, 1976 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Diese Dystopie des Schweizer Schriftstellers, der sich immer mit den Außenseitern der Gesellschaft auseinandersetzte, fasziniert durch ihre Sprachkraft und veranlasste schon Reich-Ranicki zu Lobeshymnen. Durch die Erzählung spürt man in beklemmendem Maße die unglückliche Biografie des Autors, der sich umbrachte. Die Vermischung von Realität und Fiktion sowie die Reflektion über das Schreiben in seinen Werken erfordern den erfahrenen Leser.
     
  • Sylvia Plath: Die Glasglocke, 1963 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Plath, Inbegriff der feministischen Autorin, erzählt in diesem autobiografisch angehauchten, symmetrisch aufgebauten Roman (ihrem einzigen) von einem jungen Mädchen, dass in New York in eine schwere Lebenskrise gerät bis hin zum Selbstmordversuch. Auch heute noch sehr gut zu lesen, zeitlos.
     
  • Albert Vigoleis Thelen: Die Insel des zweiten Gesichts, 1953 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    In diesem Schelmenroman der 1950-er Jahre arbeitet Thelen seine Erlebnisse während eines mehrjährigen – damals noch durchaus unüblichen - Mallorca-Aufenthaltes auf. Bissig komisch, ausschweifend. Für Leser, die hintergründigen Sprachwitz goutieren.
     
  • Marlen Haushofer: Die Wand, 1963 (in der Bibliothek vorhanden)
    Die Ich-Erzählerin reist mit einem befreundeten Paar zu einer Jagdhütte in den Bergen. Das Paar kehrt von einem Ausflug ins Tal nicht zurück. Auf der Suche nach ihnen gelangt die Frau an eine durchsichtige Wand, hinter der das ganze Leben erstarrt zu sein scheint. So schlägt sie sich – abgeschnitten von der Zivilisation - alleine durch, lernt zu jagen und anzubauen und führt ein zufriedenes Leben. Als nach einigen Jahren plötzlich ein Mann auftaucht, ist es mit der Ruhe vorbei. Erfolgreichster Roman der österreichischen Schriftstellerin, hervorragend verfilmt mit Martina Gedeck.
     
  • Ayelet Gundar-Goshen: Löwen wecken, 2015 (in der Bibliothek vorhanden)
    Israel, Jetztzeit: Der Neurochirurg Etan  fährt nach einer anstrengenden Schicht nachts einen Mann an und lässt ihn sterbend zurück. Am nächsten Morgen steht jedoch die Frau des Toten vor der Tür, um ihn zu erpressen. Die Autorin geht der Frage nach, wie schnell eine falsche Entscheidung das ganze Leben komplett ändern kann. Gesellschaftspolitische Fragestellungen und eine gute Darstellung der aktuellen Flüchtlingsproblematik machen nachdenklich und liefern einen tollen Hintergrund zu diesem spannenden Roman.

Sachbuch:

  • "Habt alle ein schönes Fest und einen warmen Ofen!" 2018 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Buch mit den schönsten Weihnachtsbriefen  berühmter Männer und Frauen aus drei Jahrhunderten. Abgedruckt sind die Briefe selbst und eine kurze Erläuterung zum historischen Hintergrund der Briefe. Gibt einen erstaunlich guten Einblick in die Persönlichkeiten der Schreibenden. Besinnlich, immer mal wieder zum Reinlesen, passt dieses Buch wunderbar in die Adventszeit.


Für dieses Jahr verabschiedet sich der Literaturschnack in die Winterpause.

In 2020 geht es jedoch weiter mit der Veranstaltungsreihe, wie immer am ersten Mittwoch des Monats um 10.30 Uhr in der Bibliothek im zib. Der erste Termin des Jahres ist der 05. Februar.
Auch im Neuen Jahr freuen wir uns auf neue Gesichter, viele tolle Lektüretipps und vor allem eine Menge Spaß.
Allen Teilnehmenden des Literaturschnacks herzlichen Dank für das tolle Miteinander,  ihr unglaubliches literarisches Wissen und ihre Freude an Literatur. Das Team der Bibliothek wünscht Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und die letzte Empfehlung zum Jahresausklang: Lesen, lesen lesen.
 


 

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18.02.2020

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